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~ Asatru-Gedichte ~

Die Saga des Ragnar Sigurdson

Am Bug seiner Skaid steht Ragnar Sigurdson,
ist 25 Jahr,
ist groß und kräftig, ein Kriegerjarl
mit dunkelblondem Haar.
Sein Feind nahm ihm Hab und Gut,
seine Frau mit ungebornem Kind,
grimmig schaut er darum drein,
seine Haare wehn im Wind.
Sein Herz ist schwarz wie Pech,
seine Rache wird furchtbar sein.
Alle Gefühle sind gestorben,
seit er ist allein.

In Hardanger geht er an Land,
sucht seinen Feind und dessen Gesipp.
Foltern will er Björn Olafsson,
bis nichts mehr ist, als dessen Geripp.

Da läuft ein Krieger den Weg zum Strand hinunter,
stellt sich allein Ragnars Mannen.
zeigt weder Angst, noch Todesfurcht
und zeigt sich wohl recht unbefangen.
Entwaffnet war der Einherjer schnell,
der sich alleine wagte zum Strand.
Der Helm sitzt fest auf dessen Kopfe,
von daher blieb ein Geheimnis unerkannt.
Da trat Ragnar auf den Einherjer zu,
riss ihn den Helm vom Kopf.
Doch zu aller Krieger Erstaunen,
kam zum Vorschein ein Frauenkopf.

Ǻsa Gunnarsdottir war ihr Name,
wunderschön war deren Gestalt.
Und Erschrocken traten die Männer zurück,
denn keiner dachte an Gewalt.
Sie Sprach: „Um meiner Sippe Willen
stell ich mich Kampf und Tod!“
Ihre Augen waren von tiefem Blau,
ihre Haare leuchtend rot.

Ǻsas Schönheit und ihr Kampfesmut,
wärmten Ragnars kaltes Herz.
Vergessen war sein Racheschwur,
verschwunden war sein Schmerz.
Ragnar besann sich der Schönheit´s Worte:
„Kommt ihr mit mir nach Island,
geschieht den euren kein Leid.
Die Rache sei vergessen,
wenn ihr die meine seit!“
Auch brach das Band um Ǻsas Herz.
Seit sie Ragnar sah, wars um sie geschehen.
Sie fielen sich in die Arme
und blieben so noch lang am Strande stehen.
Drei Jahre sind seither vergangen,
seitdem Ragnar kam mit Ǻsa nach Island zurück.
Ǻsa trägt sein zweites Kind unter ihrem Herzen,
nicht größer könnte sein ihr Glück.
Auch Ragnar kann sein Glück kaum fassen,
dass Odin ihm schenkte auf Rachefahrt.
Lächelnd sieht er zu seiner Frau hinüber
und streicht sich mit seiner Rechten über den Bart.

Verworren sind des Glückes Wege
und selten einsehbar!
Doch glaubt man an Zeichen und Wunder,
werden sie ab und zu auch wahr!

© Freydis Nehelenia Rainersdottir

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