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~ Asatru-Gedichte ~
Der Berserker der See
Ein Donnern von den Klippen her,
aufgewühlt ist heut das Meer.
Weit draußen kämpft ein Schiff mit hohen Wellen,
während Blitze aus den Wolken schnellen.
Das Wasser, das schlägt über Board
und trägt Männer der Besatzung fort.
Was hat die Asen so erbost,
dass der Ozean schäumt und tobt?
Und am Ruder steht ein Mann,
den man kaum beschreiben kann.
Groß und wild, berserkergleich,
viele Narben zählt sein Fleisch.
Er trotzt den Göttern nach wie vor,
für ihren Groll hat er kein Ohr.
Er stellt sich stets ihrer Wut,
erfüllt mit Grimm und Kampfesmut.
Fest hält er das Ruder in der Hand,
sein Ziel, das ist Haithabus Strand.
Da erfassen wilde Wogen den Knorr
und ein Blitz stößt aus dem Himmel hervor.
Getroffen bricht der Mast in zwei,
zerbarst durch des Thors Raserei.
Und während die Besatzung durcheinander rennt,
sich der Berserker nicht vom Ruder trennt.
Da eilen die Töchter der Ran heran
und überspülen Schiff und Mann.
Der Berserker hält das Ruder noch,
klafft auch im Schiff ein großes Loch.
Eine Sturmflut steigt empor
und treibt gen Klippen wohl den Knorr.
Da, ein Blitz, leuchtend grell!
Und am Fels das Schiff zerschellt.
Die Sonne kommt von Osten her,
rot wie Blut leuchtet das Meer.
Und dort, am weißen Ostseestrand,
liegt der Berserker im Sand.
Und da, dank seinem scharfen Sinne,
hält er noch ein Stück Ruderpinne.
Und traf ihn auch des Blitzes Schuss,
er hielt das Ruder bis zum Schluss.
© Freydis Nehelenia Rainersdottir
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